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Dorfgeschichte aus dem Jahren 1780-1800

Aufgeschrieben von Emil Bröder

 

Dorfschaft Winterwerb

 

Dieselbe gehörte zu dem Vierherrischen Gericht in der Niedergrafschaft Katzenelenbogen und zu dem ehemaligen Freiherlichen Gutshause von Hilchen und dessen Nachfolger Freiherr von Waldenburg.

Die Dorfgröße betrug 20 Häuser einschließlich Hirtenhaus, die alle mit Stroh bedeckt waren. Der Bestand an Menschen betrug 115 Stück und zwar 23 Männer, 20 Weiber, 32 Söhne, 28 Töchter,
5 Knechte und 7 Mägde. Nach ihren Berufen eingeteilt 18 Ackersleute, 1 Leinenweber und ein Hirte, der Kühe, Schafe und Schweine hütete und die Nachtwache versah. Der Viehbestand in der Dorfschaft betrug außer Kleinvieh 4 Pferde, 50 Ochsen, 40 Kühe und 164 Schafe. Durch das Dorf führte keine Landstraße. Die Kirche für das ganze Kirchspiel stand in Niederbachheim. Die Wasserversorgung bestand aus einem gemeinschaftlichen Brunnen, 8 eigenen Brunnen und 3 Wasserbehältern. Eine Wirtschaft befand sich in der Dorfschaft nicht. Die Gerechtigkeit unterstand dem Fürstlichen Hause zu Kassel. Die untere Gerichtsbarkeit unterstand dem Herren Landgrafen zu Rotenburg an der Fulda. Die Pfarrei zu Niederbachheim unterstand dem Freiherrlichen Steinischen Hause zu Nassau.

Abgaben und Frondienste

Die Bewohner der Dorfschaft waren Leibeigene der Fürstlichen Herrn und mußten an diese das 10te abgeben. Das heißt die 10te Garbe, das 10te Bündel Heu, das 10te Lamm und das 10te Ferkel außerdem betrugen die Abgaben fette Schweine, Hämmel, Hühner, junge Hähne, Brote und vieles andere mehr. Die größten Abgaben erhielt das Freiherrliche Haus von Waldenburg, das selbst ein größeres Gut in der hiesigen Dorfschaft besaß und von einem Pächter bewirtschaftet wurde. Was die Fron- und Spanndienste anbelangte sei hierzu nur einiges erwähnt. Die Bewohner der hießigen Dorfschaft mußten jährlich aus dem Gemeindewald 12 Wagen Holz mit 2 Pferden oder 4 Ochsen bespannt an die Rentei Amt Reichenberg anfahren. Für den Freiherr von Hendrich zu Sachsenmeinegen 11 Kasten Frucht an den Rhein anliefern. Außerdem war die Dorfschaft Winterwerb beteiligt an den Fron- und Spanndiensten die das Kirchspiel für das Freiherrliche Steinisch Haus zu Nassau leisten mußte. So mußte zu Beispiel das ganze Kirchspiel bestehend aus den 4 Dorfschaften Niederbachheim, Oberbachheim, Kehlbach und Winterwerb das Heu aus den steinschen Wiesen nach Nassau anfahren. Hier ist auch eine Beschwerde der Landmänner aus Kehlbach und Winterwerb aufgeführt warum sie 1791 alleine das Gras mähen, wenden und nach Nassau bringen mußten. Ferner war Winterwerb mit 8 Wagen Getreide zur Anfuhr nach Nassau beteiligt. So konnten damals der schlechten Wegeverhältnisse entsprechend hinter 2 Pferden oder 4 Ochsen nicht mehr als 50 Garben geladen werden. Die Spanndienste welche die Dorfschaft leisten mußte, wurden allgemeine Landdienste genannt.

 

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