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Der wechselnde Lauf der Geschichte hat nicht nur in Nastätten, sondern auch in dem Gebiet der heutigen Verbandsgemeinde viele Spuren hinterlassen und das Bild der
Menschen geprägt. Gute und schlechte Zeiten, Wachstum und Stillstand, Friedensjahre und zahlreiche Kriege wechselten sich in den vergangenen Jahrhunderten ab.
Es stand das 16. Jahrhundert ganz im Zeichen der Reformation, die um 1527/28 in Nastätten eingeführt wurde. Die Einführung des neuen Glaubens war
zwar nicht mit besonderen Hindernissen verbunden, führte aber später zu mancherlei Wirren und Kämpfen, unter denen die Bevölkerung zu leiden hatte.
Auch der Dreißigjährige Krieg von 1618 bis 1648 brachte in dieser Gegend Plünderungen, Brandschatzungen, Teuerungen und oftmals auch persönliche
Verfolgung mit sich. Durch diesen Krieg kam Nastätten, das im 16. Jahrhundert insbesondere durch die Wollweberei eine wirtschaftliche Blüte erreicht hatte, an den Rand des Ruins. Dazu kam noch die Pest, die im Jahre
1636 viele Menschenleben im Gebiet der heutigen Verbandsgemeinde forderte. Auch in den nachfolgenden Kriegen, insbesondere während der französischen Okkupation von 1806 bis 1813, musste die Bevölkerung
Einquartierungen, Truppendurchzüge und die damit verbundenen Ausschreitungen über sich ergehen lassen. Dazwischen lagen jedoch immer wieder Zeiten der friedlichen Entwicklung und des Aufbaues.
Auf dem Gebiet des Fremdenverkehrs haben einige Ortsgemeinden erhebliche Anstrengungen unternommen, um dem erholungssuchenden Gast ein zeitgemäßes
Angebot unterbreiten zu können. Die Stadt Nastätten und die Ortsgemeinde Bogel sind anerkannte Fremdenverkehrsgemeinden. Daneben sind in den Ortsgemeinden Miehlen und Holzhausen Fremdenverkehrseinrichtungen größeren
Umfangs entstanden. Das vielfältige Freizeitangebot unterstreicht nicht nur den hohen Wohnwert, sondern auch die guten Erholungsmöglichkeiten. Neben gut geführten Hotels, Gaststätten, Privatpensionen und
Ferienwohnungen gibt es Bade- und Campingmöglichkeiten, Museen, eine Fülle weiterer Sport- und Wandermöglichkeiten sowie beachtliche Sehenswürdigkeiten.
In Holzhausen an der Haide, unmittelbar an der Bäderstraße, steht das Geburtshaus von Nicolaus August Otto, dem Erfinder des Viertaktmotors, der
hier am 14. Juni 1832 geboren wurde. In den Erdgeschossräumen befindet sich ein recht interessantes Museum, das von den Klöckner-Humboldt-Deutz-Werken eingerichtet und vom Oldtimerclub Nicolaus August Otto erweitert
wurde. Weiterhin sind bei Holzhausen Teile eines Römerkastells zu sehen. Es war Teil des Limes, des großen Grenzwalles der Römer, der das Gebiet der Verbandsgemeinde Nastätten durchzieht.
Ebenfalls in der Verbandsgemeinde geboren ist ein bekannter, wenn auch nicht berühmter, dafür aber berüchtigter Mann: der Räuberhauptmann Johannes
Bückler, genannt Schinderhannes. Er hatte seine Geburtsstätte in der Gemeinde Miehlen. Das Geburtshaus wurde vor einigen Jahren unter erheblichen Anstrengungen der Ortsgemeinde renoviert.
Das Gebiet der Verbandsgemeinde Nastätten wird - wie schon erwähnt - als das “Blaue Ländchen” bezeichnet. Für den, den interessiert, was das “Blaue” im Ländchen eigentlich bedeutet, findet sich hier vielleicht etwas.
Der Text wurde einer Informationsbroschüre der VG Nastätten entnommen.
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